F R 4 - 7 4 |
Home | Update | LATEST ISSUE | Gallery | FR Profile | Datafiles | FR 4/74 AUSRÜSTUNG DER LUFTWAFFEAls eine von verschiedenen Strukturschwächen der Bundeswehr wird das sich verschlechternde Verhältnis zwischen Investitionen und Betriebskosten bezeichnet. Ursache: Die jährliche Wachstumsrate des Verteidigungsetats ist geringer als der Zuwachs an Ausgaben für den Betrieb der Bundeswehr, d. h. der Aufwendungen für Personal, Materialerhaltung, Verpflegung, Betriebsstoffe und Bewirtschaftung der Liegenschaften. Die wachsenden Kosten der Materialerhaltung belasten besonders die sogenannten materialintensiven Geschwader der Luftwaffe. Hier wirken sich neben dem allgemeinen Preisanstieg erhöhte Aufwendungen für komplizierte Systeme aus. Die Materialerhaltungskosten für ein Flugzeug des Musters Lockheed F-104 G Starfighter stiegen je Flugstunde von 2706 DM im Jahre 1970 auf 3430 DM im Jahre 1971 und auf 5000 DM im Jahre 1972. Die im Haushalt 1974 vorgesehene finanzielle Ausstattung der Bundeswehr reicht aus, um den Betrieb zu gewährleisten und den notwendigsten Bedarf an Investitionen zu decken. Dennoch bleibt nach den Feststellungen des letzten Weißbuches das Problem der wachsenden Betriebsausgaben bestehen und damit die Aufgabe, die Schere zwischen Investitionen und Betrieb, die sich immer mehr geöffnet hat, so weit zu schließen, daß die notwendige Modernisierung des Materials zu keinem Zeitpunkt gefährdet wird. Die militärstrategische Konzeption der Bundeswehr ist in Übereinstimmung mit dem strategischen Denken der NATO entwickelt worden. Bisher konnte die Struktur der Bundeswehr der veränderten NATO-Strategie nicht voll angepaßt werden. Die Konsequenzen aus dieser veränderten Strategie für die Struktur sind: Bestimmte Aufgaben können entfallen, andere begrenzt oder zusammengelegt werden. Die Luftwaffe hat heute im Rahmen der Verteidigungspläne des Bündnisses die Aufgabe frühzeitig umfassende Aufklärung zu betreiben, um Erkenntnisse über die Absichten und Fähigkeiten des Aggressors zu gewinnen und am Abwehrkampf im Sinne der Vornverteidigung teilzunehmen. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben hat sie den Kampf gegen die feindlichen Luftstreitkräfte zu führen, um das eigene Gebiet und die eigenen Streitkräfte gegen Angriffe aus der Luft zu schützen und die Luftlagebedingungen für eigene Operationen zu schaffen. Im Rahmen ihres Auftrages muß die Luftwaffe den Kampf gegen feindliche Luftstreitkräfte führen, um deren taktische und operationelle Handlungstreiheit einzuschränken, die Zuführung von Verstärkungen aus dem rückwärtigen Feindgebiet zu behindern und die eigenen Landstreitkräfte an Brennpunkten unmittelbar zu unterstützen. Darüber hinaus muß die Luftwaffe in besonderen Lagen die eigenen Seestreitkräfte unterstützen und ihnen mit Lufttransporten helfen. Außerdem hält sie Kräfte als Beitrag zur nuklearen Abschreckung bereit. Hierzu verfügt die Luftwaffe nach dem Stand vom 1. 10. 1973 Über folgende Flugzeugausrüstung:
Die Addition der Flugzeugzahlen aus diesen Verbänden ist nicht identisch mit den Gesamtzahlen der der Bundeswehr zur Verfügung stehenden Flugzeuge. Einschließlich der Kreislaufreserve und der bei den Schulen, Erprobungsstellen und anderen Organisationen eingesetzten Flugzeuge ergibt sich folgendes Gesamtbild der Ausrüstung der Bundeswehr mit fliegendem Gerät (alle Angaben nach dem Stand vom 1. 10. 1973):
Die heute von der RF-4 E allein durchgeführte taktische Luftaufklärung wird zum Teil ebenfalls vom MRCA übernommen werden. Eine Umrüstung der C-160-Verbände ist vorerst nicht vorgesehen. Die Jagdbomberaufgaben der Seefliegerstreitkräfte werden ebenfalls vom MRCA übernommen werden, wobei dieses Muster bei der Marine auch Aufklärungsmissionen erfüllen wird. Schließlich steht die Ablösung der Fernaufklärungs- und U-Jagd-Flugzeuge Atlantic auf das amerikanische Muster Lockheed S-3 A Viking in Aussicht. Bei den Hubschraubern steht der Alouette-II-Nachfolger zur Diskussion. Unter der Bezeichnung Verbindungs- und Beobachtungshubschrauber VBH werden hier die Muster SA 341 Gazelle aus Frankreich, Hughes 500 C und Bell 206A aus den USA sowie MBB Bo 105 M aus der Bundesrepublik diskutiert. Man spricht hier von einem Bedarf von rund 300 Stück, die ab 1976 eingeführt werden sollen. Als Favorit dieses Programms gilt die deutsche Konstruktion Bo 105. Home | Update | LATEST ISSUE | Gallery | FR Profile | Datafiles | FR 4/74 Copyright 1974/1999 by Motor-Presse Stuttgart. All rights reserved. Last updated 8 April 1999 FLUG REVUE, Ubierstr. 83, 53173 Bonn, Germany |