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Home | Update | LATEST ISSUE | Gallery | FR Profile | Datafiles | FR 5/74 RPV FÜR DIE BUNDESWEHRIm Zusammenhang mit zukünftigen Beschaffungsvorhaben der Bundeswehr taucht zunehmend der Begriff der Remotely Piloted Vehicles - der RPV auf. Dieser Begriff der unbemannten Flugkörper (siehe FR 12/1973) spielt seit einiger Zeit auch in der europäischen und auch in der deutschen Luftfahrttechnik eine Rolle. Entsprechende Geräte wurden bislang vielfach als Drohnen bezeichnet. Aus der Drohnen-Verwendung heraus entwickelten sich vor allem bei den amerikanischen Streitkräften RPV-Missionen. Dort vorhandenen Drohnen wurden erfolgreich verwendet als
Die erstgenannten Zielflugkörper aus amerikanischer, europäischer und australischer Entwicklung wurden bei der Entwicklung von Luft-Luft- und Boden-Luft-Flugkörpersystemen oder. zur Ausbildung von Fla-Mannschaften benötigt. Aufklärungsflugkörper wurden beispielsweise vom US Strategic Air Command eingesetzt und erbrachten wertvolle Ergebnisse über die nordvietnamesischen Nachschubsysteme. Ferner werden bereits heute RPV zur Direktaufklärung eingesetzt. Solche Fluggeräte liefern mit eingebauten Fernsehkameras Sofortinformationen, wie sie zum Beispiel nach Luftangriffen notwendig erscheinen. Nach Erfolgen von RPV-Geräten in Vietnem ist für die Zukunft eine breitere Anwendung auf dem ECM-Gebiet vorgesehen (ECM = Electronic Countermeasures = elektronische Gegenmaßnahmen). Bei der elektronischen Kriegführung dienen RPV neben der elektronischen Aufklärung zur direkten Störung von Frühwarn-, Zielzuweisungs- und Feuerleitgeräten. RPV könnten auch als Waffenträger dienen, um geortete Radargeräte mit Luft-Boden-Flugkörpern zu zerstören. Wenig bekannt ist bislang, daß Warnflugzeuge der 6. US-Flotte im Mittelmeer durch unbemannte Flugzeuge ersetzt worden sind. Sie sollen der 6. Flotte die völlige Überwachung des Mittelmeers ermöglichen, und zwar sowohl in bezug auf den Funkverkehr und den Bereich elektromagnetischer Abstrahlung als auch - über Fernsehkameras -hinsichtlich des gesamten Schiffsverkehes. Ähnliche Einsätze sind von den US-Streitkräften entlang der Ostgrenzen in Mitteleuropa denkbar. Schließlich bietet sich als Aufgabe für sogenannte Mini-RPV die Überwachung des Gefechtsfeldes und die Beschaffung von Zielunterlegen für taktische Flugkörpersysteme an. Darüber hinaus denkt die US Army an den Einsatz solcher RPV zur Bekämpfung von Erdzielen. Amerikanische Kreise rechnen schlißlich damit, daß in etwa fünf Jahren der Einsatz von RPV auch als Bomber und Jäger zu erwarten ist, da sie extrem wendig und dadurch dem bemannten Flugzeug im Luftkampf technisch unter allen Bedingungen überlegen sind. Mit RPV-Typen werden Flugbewegungen heute schon mit 6 g geflogen, solche mit 10 g sollen in naher Zukunft erreicht werden. Die Verwendung als Relalsstation ist im Vietnamkrieg von den USA bereits erprobt worden. Schließlich ist die Verwendung unbemannter Flugzeuge für die Flugerprobung neuer Fugzeugmuster interessant. Bisher ist das Flugverhalten neuer Typen im Windkanal und in eingehenden Flugversuchen getestet worden, die nicht immer ohne Gefahr für das Testporsonal waren. Mit RPVs hofft man schneller und besser an die kritischen Grenzen bei der Überprüfung des Flugverhaltens neuer Flugzeuge zu kommen. Während viele technische Entwicklungsfragen auf dem RPV-Geblet bereits weitgehend realisiert sind - die USAF verfügt bereits seit 1971 über eine einsatzbereite RPV-Staffel, die im Bedarfsfalle für Aufklärungs- und ECM-Einsätze überall auf der Welt zur Verfügung steht -, hängt die Frage des Einsatzes von RPV-Verbänden weitgehend von der Integration von Mensch und Maschine ab. Der Mensch ist schließlich für die Lenkung eines oder mehrerer RPV vom Boden (oder vom Flugzeug) aus verantwortlich. Insgesamt gesehen sind die Vorteile eines RPV, daß es kein Menschenleben aufs Spiel setzt, keine Angst kennt und daher auch bei starker Abwehr weiterfliegt und seine Aufgabe durchführt. Der Vorteil des Menschen im bemannten Flugzeug ist dagegen, daß er in der Lage ist unerwarteten Situationen schneller und flexibler begegnen zu können. Wie ist nun die RIPV-"Lage" in Europa? Zielflugkörper wurden in Europa schon lange gebaut. Es gibt sehr bekannte Zielflugkörperprogramme in Frankreich und in Großbritannien. Es gibt Entwicklungen in der Bundesrepublik. Eine kanadische Aufklärungsdrohne ist bei der Bundeswehr im Einsatz. Ein einheitliches Vorgehen gibt es aber auch auf dem RPV-Gebiet in Europa nicht. Seit etwa einem Jahr beschäftigt sich die Luftfahrtforschungsberatungsgruppe der NATO - die AGARD - mit Studien zum Problem der unbemannten Flugzeuge. Diese Untersuchung soll die Rolle, die Verwendung und die technischen Erfordernisse untersuchen, wobei die Grundlage diejenigen Einsätze bilden, die heute von bemannten Flugzeugen geflogen werden. In der AGARD-Studie sind strategische Einsätze generell ausgenommen. Auch die Frage der Aufklärung ist in dieser Untersuchung nicht .enthalten, weil dieses Gehriet bereits weitgehend erforscht ist. Insgesamt wächst das Interesse am RPV in Europa und auch bei der Bundeswehr. Nach amerikanischer Ansicht ist die Luftfahrtindustrie der Bundesrepublik Deutschland bei der RPV-Entwicklung - mit Schwergewicht auf Zielflugkörpern und solchen zur Gefechtsfeldaufklärung - am meisten aktiv. Ein besonderes Problem bei der Entwicklung von RPV in Westeuropa ist die Enge des Luftraums. Auch sind RPVEinsätze in normalen Zeiten in Europa kaum durchführbar. Die Nähe zahlreicher Luftstraßen und die dichte Besiedelung Westeuropas machen solche Einsätze kaum durchführbar. Das US-Unternehmen Teledyne Ryan, das auch mit deutschen Unternehmen zusammenerbeitet, hat der amerikanischen Luftwaffe und den spanischen Streitkräften die Errichtung eines Übungsplatzes in Spanien vorgeschlagen, der auch anderen Benutzern zur Verfügung steht. Home | Update | LATEST ISSUE | Gallery | FR Profile | Datafiles | FR 5/74 Copyright 1974/1999 by Motor-Presse Stuttgart. All rights reserved. Last updated 21 May 1999 FLUG REVUE, Ubierstr. 83, 53173 Bonn, Germany |