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PHANTOM II MIT ENTENFLÜGEL

Zur weiteren Verbesserung der Manövriereigenschaften der Phantom II versah McDonnell Douglas diese werkseigene F-4 (62-12200) mit Entenflügeln. Von den Versuchsergebnissen wird es abhängen, ob die Entenflügel für eine neue Version der Phantom II serienmäßig übernommen werden.

Phantom II

Bei dieser Phantom II handelt es sich um einen Erprobungsträger ganz besonderer Art. Sie war als 266. F-4B ursprünglich für die US Navy vorgesehen, verblieb jedoch bei McDonnell Douglas in St. Louis und wurde für die verschiedensten Versuchszwecke entsprechend umgebaut. Sie flog nicht nur als YRF-4C (Aufklärer) und YF-4E (Kanonenbewaffnung), sondern auch als Versuchsträger für die F-4 F (Vorflügel) und seit geraumer Zeit als Control Configured Vehicle (CCV) mit einer elektrischen Impulssteuerung (fly-by-wire).

Die Entenflügel sind an den oberen Längskanten der beiden Lufteinläufe vor und über den Flügeln angeordnet. Anfangs war unter dem Rumpfvorderteil zusätzlich noch eine vertikale und gepfeilte Steuerfläche vorgesehen, die man jedoch wieder aufgab. Die beiden Entenflügel haben eine aerodynamische Fläche von 3,7 qm . Ihr Ausschlag liegt bei 20 Grad, und ihre Betätigung erfolgt nicht über mechanische Steuergestänge, sondern elektrisch. Alle Änderungsarbeiten nahm McDonnell Douglas in St. Louis mit werkseigenen Mitteln vor.

Die bevorstehende Flugerprobung in Edwards AFB soll dem Flight Dynamics Laboratory der US Air Force in Wright-Patterson AFB zusätzliche Daten für die elektrische Impulssteuerung liefern, um deren Zuverlässigkeit nachweisen zu können. Beide Systeme - Entenflügel und fly-by-wire-Steuerung - machen diese blau-weiße F-4 zu einem Versuchsträger für künstliche Stabilität. Ihre Flugversuche in Edwards AFB haben jedoch in erster Linie die Aufgabe, die Manövriereigenschaften der Phantom II weiter zu verbessern.

Bekanntlich hat McDonnell Douglas diesbezüglich schon einiges getan, denn die F-4 F ist als Interzeptor-Version der Phantom II mit automatischen Vorflügeln ausgestattet und bedeutend wendiger als alle anderen Versionen der F-4. Die Ergebnisse aus der Flugerprobung der Phantom II mit Entenflügeln dürften somit für die gesamte Fachwelt von besonderem Interesse sein. Es wird vermutet, daß McDonnell Douglas eine neue Version der Phantom II vorbereitet. Andererseits werden die Versuchsergebnisse sicher auch im Advanced Fighter Technology Integration (AFTI)-Programm ihren Niederschlag finden. An diesem Programm, das sich noch im Anfangsstadium befindet, beteiligen sich drei US-Zellenhersteller: Rockwell International, Fairchild Republic und McDonnell Douglas. Im Rahmen des AFTI-Programms soll für die nächste Generation von Jagdflugzeugen ein einsitziger Experimentaljäger entwickelt werden, der nicht größer und nicht schwerer sein soll als die P-51 Mustang des 2. Weltkrieges, dafür aber ein Höchstmaß an Manövrierfähigkeit bietet.


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Last updated 23 August 1999
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