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GENERAL DYNAMICS YF-16

Am 13. Januar 1975 gab die US Air Force ihre Entscheidung im Wettbewerb um den Lightweight Fighter (LWF) bekannt. Sie gab der von General Dynamics In Fort Worth entwickelten YF-16 den Vorzug gegenüber der Northrop YF-17. Gleichzeitig bestellte die USAF eine Vorserie von fünfzehn Maschinen, deren Fertigung schon im Juli 1975 anlaufen soll. Als Erstflugtermin ist Ende 1976 vorgesehen. Mit diesen fünfzehn F-16, zu denen auch vier zweisitzige Trainer F-16 B gehören werden, will man eine gründliche Truppenerprobung unter Einsatzbedingungen durchführen.

Die fünfzehn F-16 gelten als Vorläufer einer geplanten Großserie von mehr als 650 Air Combat Fighters (ACF) für die US Air Force. Außerdem rechnet man nun in US-Kreisen auch damit, daß vier NATO-Staaten - Belgien, Holland, Dänemark und Norwegen -, die auf der Suche nach einem Starfighter-Nachfolger sind, der F-16 ebenfalls den Vorzug geben.

YF-16 im Flug

Der USAF-Entscheidung ging ein intensives Flugerprobungs-Programm in Edwards AFB voraus, das sich über einen Zeitraum von zehn Monaten erstreckte.

Die von der US Air Force ausgewählte YF-16 nahm mit dem Jungfernflug des ersten Prototyps (70-1567) am 2. Februar 1974 ihre Mustererprobung auf, Am Steuerknüppel der Maschine saß Phil Oestricher, Testpilot für das YF-16-Programm. Ihr folgte am 9. Mal 1974 der zweite Prototyp (70-1568). Bis Ende des Jahres 1974 hatten beide Maschinen insgesamt 330 Flüge mit einer Dauer von 417 Stunden absolviert. Dazu gehörten auch Flüge mit Überschallgeschwindigkeit, in deren Verlauf sogar Mach 2.0+ erreicht wurde.

Außerdem wurden insgesamt 86 Luft-Betankungen durchgeführt. Die längste Flugdauer der YF-16 mit Luftbetankung betrug 4 h 50 min. Die letzte Erprobungsphase bestand in erster Linie aus Waffenversuchen in simulierten Luft-Luft- und Luft-Boden-Einsätzen. Dabei wurden nicht nur die M.61-Bordkanone und Sidewinder-Lenkwaffen abgefeuert, sondern auch Mk.84-Bomben abgeworfen. Während der gesamten Flugerprobung, die für die YF-16 ein voller Erfolg war, wurde dieses Flugzeug von zehn Piloten geflogen.

Bei der YF-16 handelt es sich um einen freitragenden Mitteldecker modernster Konzeption mit einem einfachen Lufteinlauf an der Rumpfunterseite. Als charakteristisches äußeres Merkmal kann man den kontinuierlichen Übergangsbereich des Tragwerks zum Rumpf bezeichnen, und zwar sowohl im Querschnitt als auch im Grundriß. Die weit nach vorn gezogenen, scharfkantigen Flügelnasen tragen in bestimmten Flugzuständen erheblich zurAuftriebserhöhung bei. Sie sind das Ergebnis umfangreicher Untersuchungen.

Besonders beeindruckend ist die aerodynamisch hochwertige Linienführung der YF-16. Ihr gingen ebenfalls gründliche Vorstudien und Modellversuche voraus, die schon 1968 begannen. 1972/73 entstanden zwei einstrahlige Vergleichsentwürfe, die jedoch erheblich voneinander abwichen. Die günstigsten Merkmale führten schließlich zur Konstruktion der YF-16.

Bei der Gesamtentwicklung dieses Flugzeugs stand die Kostenwirksamkeit von Anfang an eindeutig im Vordergrund. Diese Tatsache hat bei der Entscheidung der US Air Force sicher eine große Rolle gespielt. Hinzu kommt die Triebwerkgleichheit mit dem neuen Luftüberlegenheits-Jäger F-15A Eagle von McDonnell Douglas. Bei beiden dient der Turbofan F100-PW-100 von Pratt&Whitney als Antrieb. Er entwickelt eine Schubleistung von 11 325 kp mit Nachverbrennung und wird in Großserie gefertigt.

Das normale Startgewicht der F-16 als AS-Jäger (AS = Air Superiority = Luftüberlegenheit) beträgt 7938 kg. Dieses im Vergleich zu einigen anderen Flugzeugen der gleichen Größenordnung niedrige Gewicht konnte ohne die Verwendung von modernen Faserwerkstoffen erreicht werden. 78 % der gesamten Struktur bestehen aus Leichtmetall, während sich der Rest aus Titan (2,2 %), Stahl (4,7 %) und exotischen Werkstoffen (4,2 %) zusammensetzt. Als Erdkämpfer bringt die F-16 mit 12250 kg allerdings erheblich mehr auf die Waage. An ihren insgesamt sieben Rumpf- und Unterflügelstationen kann sie die verschiedensten Außenlasten mitführen. Dazu gehören neben Sprengbomben und Lenkwaffen auch abwerfbare Zusatztanks und ECM-Behälter für Störmaßnahmen.

Für den Luftkampf und den Beschuß von Erdzielen ist die F-16 mit einer M.61 Vulcan-Kanone ausgerüstet. Diese sechsläufige, von General Electric entwickelte 20 mm-Bordkanone ist im linken Flügel-Rumpf-Übergangsbereich starr eingebaut. Der trommelförmige MunitionsBehälter (500 Schuß) befindet sich im oberen Rumpfbereich hinter dem vorderen Kraftstoffbehälter und vor dem ersten Rumpf-Hauptspant.

Bemerkenswert ist bei der YF-16 auch die einteilige, nach hinten oben zu öffnende Klapphaube, die dem Piloten hervoragende Rundumsichtverhältnisse erlaubt. Als Schleudersitz kommt der von McDonnell Douglas entwickelte Leichtbausitz Escapac ICH-8 mit einer Rückwärtsneigung von 30 Grad zum Einbau.

Das mehrholmige Tragwerk ist an seiner Vorderkante mit Nasenklappen ausgestattet, die in bestimmten Flugzuständen automatisch arbeiten. Im Übergangsbereich der beiden Höhenflossen zum Rumpf sind an deren Hinterkanten zwei Luftbremsen angeordnet. Sie fahren je zur Hälfte nach oben und unten aus.


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Last updated 3. March 2000
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