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Ski-Jump Harrier

Ein verblüffendes Kurzstart-System hat Hawker Siddeley für den Harrier entwickelt: Ski-Jump von einer Skisprungschanzenähnlichen Rampe. Damit können bei erhöhtem Fluggewicht die Kurzstartstrecken auf Flugzeugträgern wesentlich verringert werden. Die ersten Versuche mit einer Ski-Jump-Rampe an Land bestätigen bereits die vorausgesagten Vorteile.

Seit mehreren Jahren werden bei Hawker Siddeley in Kingston Überlegungen angestellt, eine erstmals 1973 von Lt. Cdr. D. R. Taylor aufgestellte These eines als Ski-Jump bezeichneten neuen Startverfahrens für V-/STOL-Flugzeuge in die Praxis umzusetzen (siehe FR 1/77). Nach Abschluß der umfangreichen theoretischen Analysen und Auswertung der Computerstudien, die 1974/75 durchgeführt wurden, wurde 1976 mit den Vorbereitungen der praktischen Erprobung begonnen. Ingenieure von HSA Kingston konstruierten die Testrampe, die auf dem englischen Luftwaffen-Erprobungsstützpunkt Bedford installiert wurde und in der ersten Versuchsphase einen Winkel von 6 aufwies.

Sky-Jump tests with Harrier

Zwischen dem 5. und 31. August 1977 wurden sowohl mit dem einsitzigen als auch dem doppelsitzigen Harrier mehr als als 70 Starts mit Abfluggeschwindigkeiten bis zu 100 Knoten und verschiedenen Zuladungen durchgeführt, die eine volle Bestätigung der theoretischen Berechnungen ergaben. Die nächste Phase war eine Testserie mit Ski-Jump-Starts von der im Winkel von 9 Grad angeordneten Rampe. Bis Mitte 1978 soll der Anstellwinkel der Rampe bis auf 20 Grad angehoben werden.

Die Versuchsserie steht in engem Zusammenhang mit der geplanten Einführung des Sea-Harrier bei der Royal Navy in den achtziger Jahren und könnte zu einem Umdenken in der Seeluftkriegsführung Anlaß geben. Die Ski-Jump-Methode kann die Größe der Trägerschiffe verringern helfen und zu einer effektiven, Seeverteidigung beitragen. Untersuchungen zeigten, daß beim Start des Harrier von einer Rampe mit diesem Anstellwinkel 2000 lbs Treibstoff oder Kampflast mehr mitgeführt werden können als bei einem Start von einem Flachdeck. Der Ski-Jump-Start ermöglicht bei einem gegebenen Gewicht eine um die Hälfte kürzere Startstrecke gegenüber einem Normalstart vom Flachdeck aus. Auch bezüglich der Eigengeschwindigkeit des Trägerschiffes zeigt das Ski-Jump-Startverfahren einen großen Vorteil. Berechnungen zeigen, daß eine 20 Grad-Stellung der Startrampe einer Windgeschwindigkeit von 30 Knoten entspricht. Das Trägerschiff benötigt also eine geringere Eigengeschwindigkeit während der Startabläufe, was sich wiederum in einer 10% höheren Einsatzdauer auf See niederschlägt. Ein weiterer wichtiger Punkt beim Ski-Jump-Start von Bord des Trägerschiffes aus mit einem Winkel von 20 Grad der Rampe ist die Möglichkeit, den Harrier unabhängig von den jeweiligen Neigungswinkeln des Decks bei rauher See starten zu können.

Der Sea-Harrier-Prototyp befindet sich in fortgeschrittenem Fertigungszustand bei Hawker Siddeley und wird in der ersten Jahreshälfte 1978 seine Erprobung aufnehmen. Fred Gütschow



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Last updated 4 December 2002
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