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Sowjetische Kampfflugzeuge in Frankreich und Finnland

MIG-23 IM WESTEN

Sowjetische Kampfflugzeuge des Typs MiG-23 kamen in den letzten Monaten zu Freundschaftsbesuchen nach Finnland und Frankreich. Sechs Maschinen waren vom 1. bis 4. August zu Gast auf der finnischen AFB Rissala, und vom 4. bis B. September besuchten ebenfalls sechs MiG-23 den französischen Stützpunkt Reims.

Im östlichen Finnland, nahe der Stadt Kuopio, liegt die Air Force Base Rissala, wo die Einheit Karjalan Lennosto (KarLsto) der finnischen Luftwaffe stationiert ist. Dazu gehört das Geschwader HävLv 31 (Hävitlajalaivue 31), ausgerüstet mit sowjetischen Maschinendes Typs MiG-21 F und MF sowie der Trainerversionen MiG21UTI und MiG-21 UM.

MiG-23

Die nachbarschaftlichen Beziehungen zwischen dem neutralen Finnland und der Sowjetunion werden durch gelegentliche gegenseitige Besuche von Luftwaffen-Einheiten gepflegt. Schon 1974 war eine Staffel sowjetischer MiG-21MF nach Rissala gekommen. Zum ersten Mal überflogen nun am 1. August 1978 sechs Schwenkflügel-Kampfflugzeuge des Typs MiG-23 die sowjetisch-finnische Grenze und trafen um 13 Uhr 30 über Rissala ein. Zweimal überflogen sie den Platz in Formation, landeten einzeln und rollten dann vor die Hallen, wo sechs finnische MiG-21F zur Begrüßung aufgestellt worden waren. Nach der Begrüßungszeremonie konnten die sowjetischen Maschinen kurz besichtigt werden. Allerdings war das offenbar nicht ganz im Sinne der Sowjets: Alle mit Kameras bewaffneten Interessenten, außer Journalisten, wurden zurückgewiesen.

Am nächsten Tag wurde trotz regnerischen Wetters eine Flugschau abgehalten. Während finnische Maschinen ihr Programm zeigten, flog eine sowjetische MiG-23 solo darüber hinweg.

Die sowjetischen MiG-23 trugen als einzige Kennzeichen die Nummern 21 bis 26. Beobachtern fiel bei der Landung der flache Anflug der Maschinen auf. Im Gegensatz zu bisher bekannten Versionen der MiG-23 zeigten die Maschinen einen anderen Seitenflossen-Grundriß ohne am Rumpfrücken weit vorgezogenen Grat. Die Piloten der sowjetischen Kampfflugzeuge trugen keine Anti-g-Anzüge (g-suits), sondern lediglich hellblaue Overalls.

Über die Leistungsdaten ihrer Maschinen gaben sie keine Informationen. Nur hohen finnischen Offizieren, wie z. B. dem Luftwaffenchef Generalmajor Rauno Merio und dem KarLsto-Kommandeur Colonel Veli Pernaa wurde es gestattet, in der MiG-23 Platz zu nehmen und das Cockpit näher zu inspizieren. Begleitet wurden die Kampfflugzeuge von zwei Transportern der Typen Antonow An-12 (CCCP-12127) und An-24 (CCCP-47788).

Nach dem Finnland-Besuch: Frankreich-Visite

Ebenfalls sechs MiG-23 waren vom 4. bis zum 8. September auf dem Luftstützpunkt Reims zu Gast: Das französische Geschwader Normandie-Niemen, das im Vorjahr sechs Kampfflugzeuge des Typs Mirage F.1 auf Besuch nach Moskau geschickt hatte, empfing den Gegenbesuch der sowjetischen Piloten und Flugzeuge, die in Kubinka - ca. 80 km westlich von Moskau - stationiert sind. Vor dem Eintreffen der MiG23, die von einem Transportflugzeug des Typs Tupolew Tu-124 begleitet waren, hatte der Verband die Bundesrepublik auf der Strecke Erlangen – Dinkelsbühl – Stuttgart - Straßburg überflogen - natürlich mit Genehmigung der Bundesregierung.

Die ca. 30 Mann starke sowjetische Delegation wurde von General Vadim Andrejew geleitet, dem Kommandeur der sowjetischen Luftverteidigung im Raum Moskau. Aufgrund der schlechten Wetterlage waren die Maschinen nur an den Tagen ihrer Ankunft und ihres Abfluges in der Luft zu sehen - eine für den 6. September geplante Flugvorführung mußte entfallen. Bei den Flugzeugen, die ebenfalls die Nummern 21 bis 26 trugen, fielen den Berichterstattern der französischen Luftfahrt - Zeitschriften „Air & Cosmos“ und „Aviation Magazine International“ auf, daß es sich um eine neue MiG23-Ausführung handeln müsse: Sie hat neben anderen Änderungen eine Seitenflossen-Silhouette mit weniger weit nach vorn gezogenem Grat, und auch das Höhenleitwerk ist abgeändert.

Ob es sich lediglich um eine modifizierte MiG-23S (Flogger B) handelt, wie sie bei den sowjetischen Luftstreitkräften im Einsatz ist, oder um die Exportversion MiG-23 MS (Flogger E), war diesen Beobachtern nicht klar.
 


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Letzte Änderung: 1. Dezember 2003
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