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Das internationale Angebot auf einem heftig umkämpften Markt

MILITÄR-PROPELLERTRAINER

Militärische Propellertrainer, für angehende Piloten zumeist erste Stationen ihrer fliegerischen Ausbildung für die Luftstreitkräfte kostengünstige Geräte der Anfangsschulung, stellen heute einen lukrativen Mark dar, den sich eine Vielzahl von Herstellern aus verschiedenen Ländern streitig macht.

Natürlich könnte man - rein vom fliegerischen Gesichtspunkt aus - auch Strahltrainer für die Anfangs-Schulung von Militärpiloten benützen; dagegen sprechen allerdings die enormen Einsatzkosten eines solchen Jets. Außerdem haben Untersuchungen gezeigt, daß für diese Phase der Ausbildung die Anwendung von Strahlflugzeugen nicht unbedingt Vorteile gegenüber der Propeller-Maschine bringt, wenn es um das spätere „Umsteigen" des Piloten auf einen Fortgeschrittenen-Trainer geht: Nicht der eigentliche Antrieb spielt nach Meinung von Experten die entscheidende Rolle, sondern das Gesamt-Verhalten der Maschine, und das kann bei einer Propeller-Maschine genau so konzentriertes Fliegen erfordern wie z. B. bei einem Strahl-Flugzeug.

Der Propellertrainer-Markt wiederum teilt sich in zwei Lager - die Maschinen mit Turboprop-Antrieb und mit Kolbenmotoren ausgerüstete Baumuster. Für beide Varianten gibt es gewichtige Argumente: Der Nutzer muß hier seine speziellen Anforderungen bei der Typen-Auswahl in Rechnung stellen.

Eines aber haben praktisch alle Vertreter beider Gruppen gemeinsam: Da man bei den zuständigen Stellen bemüht ist, das gesamte Ausbildungs-Programm so straff wie möglich abzuwickeln, will man neben der fliegerischen möglichst auch die Waffenausbildung schon im Rahmen des Anfangs-Trainings anlaufen lassen. Dazu genügt es meistens nicht, eine rein von den Leistungen her in Betracht kommende, zivile Maschine mit militärischen Kennzeichen zu versehen und den Ausbildungs-Einheiten zu übergeben. Sie sollte mindestens auch noch mit Waffen-Stationen und den dazugehörenden Absetz-Systemen ausgerüstet sein. Da dieser nachträgliche Einbau in ein Zivilflugzeug aber mit erheblichem Aufwand verbunden ist und außerdem von militärischer Seite teilweise noch weitere Forderungen kommen - wie etwa Tandem-Cockpit - ist ein Großteil heutiger Trainings-Maschinen nicht aus Zivilflugzeugen abgeleitet, sondern stellt eine speziell für diesen Zweck entwickelte Neukonstruktion dar.

Damit bieten die Propellertrainer nicht nur die Möglichkeit, in Friedenszeiten der fliegerischen Ausbildung und dem Waffentraining zu dienen, sondern im Ernstfall sogar als „Kampfflugzeug" herangezogen zu werden. Letzterer Aspekt ist insbesondere auch für Länder interessant, die sich die Anschaffung teurer Strahl-Kampfflugzeuge nicht leisten können oder gar vom militärischen Gesichtspunkt nicht unbedingt einen „Jet-Bedarf" haben.

Fantrainer 400
Eines der ungewöhnlichsten und interessantesten Konzepte für einen Propellertrainer kommt von der VFW-Fokker-Tochtergesellschaft Rhein-Flugzeugbau: der Fantrainer 400 (vormals ATI-2). Bei dieser Maschine hat RFB das Mantelschrauben-Prinzip verwirklicht, um möglichst „jet-ähnliche“ Flug-Charakteristiken zu erzielen (Schubachse durch die Schwerpunkt-Mitte; praktisch kein Drehmoment: freie Sicht nach vorn usw.). Ein weiterer interessanter Aspekt dieses Turboprop-Trainers ist seine Modulbauweise, die sich z. B. nicht nur auf den Antrieb bezieht, sondern auch auf die Cockpit-Auslegung. Eine Kaufentscheidung für den Fantrainer ist zwar noch nicht gefallen, verschiedene Seiten zeigten aber schon reges Interesse, u. a. auch die US Air Force (siehe FR 8 und 10/79).

Flamingo Tl
Ein weiterer deutscher Vertreter im Propellertrainer-Club ist seit neuestem die Flamingo Tl von MBB. Sie wurde am 24. September des letzten Jahres der Öffentlichkeit vorgestellt. Als Fertigungsstätte hat man die Farner Werke in der Schweiz gewählt. Die Flamingo ist außerordentlich robust ausgelegt und voll kunstflugtauglich.

T-34C Turbo Mentor
Wichtigster US-Trainer ist die T-34C Turbo Mentor von Beechcraft. Sie wurde aus der T-34B abgeleitet und besitzt ebenfalls Turbinen-Antrieb. Sie war eines der drei Flugzeugmuster, die am Auswahl-Vergleichsfliegen der Bundeswehr beteiligt waren (die zwei anderen: Fantrainer und PC-7). Die T-34C steht schon bei einer Reihe verschiedener militärischer Ausbildungs-Einheiten im Dienst. Auch die US Navy greift auf sie zurück. Charakteristisch ist das großzügig verglaste Tandem-Cockpit.

PC-7 Turbo Trainer
Die schweizerische Pilatus PC-7 -ebenfalls mit Turbopropantrieb - ist neben der T-34C einer der leistungsstärksten Propellertrainer. Die gesamte Auslegung entspricht, nachdem die Maschine mehrfach modifiziert wurde, dem neuesten Stand. Auffallend ist die einteilige Cockpit-Haube.

MFI-17 Supporter
Typisches Beispiel für einen Propellertrainer, der ein ziviles Pendant hat, ist die Saab MFI-17 Supporter: Sie wurde aus der MFI-15 abgeleitet, einem leichten Mehrzweck-Flugzeug. Man versah sie mit sechs Unterflügel-Waffenstationen, damit sie auch für die anfangs erwähnte Waffenausbildung benutzt werden kann

Epsilon
Bei Aérospatiale in Frankreich hatte jetzt die Epsilon (früher TB-30) Erstflug. Bei ihr legte man besonders auf möglichst niedrige Kosten - sowohl bei der Beschaffung als auch bei der Wartung - Wert. Die Serienfertigung soll bei Socata erfolgen.   Text: Odilo Mühling
 


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Letzte Änderung: 14. März 2005
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