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Das Aushängeschild der Schweizerischen Flugwaffe PATROUILLE SUISSEAlljährlich tritt die Patrouille Suisse mit ihren sechs Maschinen in der Öffentlichkeit auf. Sie vermag mit fliegerischer Präzision und formvollendeten Manövern Zehntausende von begeisternden Zuschauern in ihren Bann zu ziehen. Lesen Sie nachfolgend die Geschichte dieses Teams, das 1979 auf die ersten fünfzehn Jahre seines Bestehens zurückblicken konnte und das zweifellos zu den zehn besten der Welt gehört.Der Formationskunstflug wird in der Schweizerischen Flugwaffe offiziell erst seit sechzehn Jahren betrieben und als den eigentlichen Gründungstag der Patrouille Suisse kann man den 22. August 1964 bezeichnen. Da die Flugwaffe unseres südlichen Nachbarn als reine Miliz-Teilstreitkraft gilt, war es diesbezüglich für sie schon immer schwer, eine Kunstflugstaffel aufzustellen und vor allem langfristig zu erhalten. Ihre Piloten stammen aus allen sozialen Schichten der schweizerischen Bevölkerung und es ist durchaus möglich, daß im Cockpit einer Mirage IIIS ein Pilot sitzt, der normalerweise als Verwaltungsangestellter, Lehrer oder Handwerker tätig ist. Da eine Luftwaffe unter solchen Umständen nicht lebens- und somit auch nicht verteidigungsfähig ist, wurde schon 1941 als einzige permanente Kampfformation der Schweizerischen Armee das sogenannte Überwachungsgeschwader (UeG) aufgestellt. Es hat seinen Kommandositz in Dübendorf und bestand seinerzeit aus drei Fliegerstaffeln mit dreißig Flugzeugführern und zehn Beobachtern. Gegenwärtig hat das UeG, das in der Regel auch den Nachwuchs für das Instruktionskorps und die Werkpiloten der Abteilung der Militärflugplätze stellt, einen Bestand von 125 Flugzeugführern. Es umfaßt vier Fliegerstaffeln und zwar die 1. und 11. mit Hawker Hunter F Mk.58 sowie die 16. und 17. mit Dassault Mirage IIIS. Aus den Reihen dieser vier Staffeln kommen die Piloten der Patrouille Suisse. Es sind die besten, die u. a. auch als Fluglehrer an den Fliegerschulen ihren Dienst versehen. Bereits im Jahre 1959 bemühte man sich um die Aufstellung eines Vorführteams mit Berufspiloten. Das Überwachungsgeschwader erhielt seinerzeit den Auftrag, eine aus vier Maschinen bestehende Doppelpatrouille für Demonstrationszwecke im Training zu halten. Als Flugzeug diente schon damals das britische Muster Hawker Hunter F Mk.58, von dem die Flugwaffe ab 1958 hundert Maschinen in Dienst stellte. Bescheidener Anfang in den Jahren 1960/61 Am 2. Juni 1960 traten die vier Hunter in Biel erstmals öffentlich auf. Von einem Formationskunstflug konnte jedoch noch keine Rede sein, denn die vier Maschinen beschränkten ihre Vorführung auf Vorbeiflüge in verschiedenen flachen Formationen. Drei Jahre später erhielt man endlich die Erlaubnis, ein Kunstflugprogramm trainieren zu dürfen. Es wurde anläßlich des Bider-Gedenktages in Bern einem größeren Publikum präsentiert, bei dem es auch voll ankam. Aufgrund dieser erfolgreichen Vorführung und im Hinblick auf die bevorstehende Expo 64 in Lausanne erließ das Kommando des UeG Anfang 1964 die Weisung, nunmehr auch für den Formationskunstflug zu trainieren. Da aber die Schweizerische Flugwaffe im selben Jahr auch ihr 50jähriges Bestehen feierte und im ganzen Land Jubiläumsvorführungen angekündigt waren, stellte man gleich zwei Doppelpatrouillen auf. Sie nahmen an verschiedenen Veranstaltungen teil, zu denen am 22. August 1964 auch eine auf dem im Berner Oberland gelegenen Militärflugplatz Meiringen gehörte. Als Zuschauer anwesende, hohe Offiziere waren von der Darbietung begeistert und vom fliegerischen Können der einzelnen Piloten im Team tief beeindruckt. So entstand an diesem Tag und in Anlehnung an das französische Kunstflugteam Patrouille de France die Bezeichnung Patrouille Suisse. 1964 passte man sich dem internationalen Standard an Im Eidgenössischen Militärdepartment (EMD) war man von der Publikumswirksamkeit des Formationskunstflugs nunmehr überzeugt. Eine bessere Werbung konnte sich die Flugwaffe gar nicht wünschen. Man beschloß daraufhin, die Patrouille Suisse zum offiziellen Kunstflugteam zu ernennen. Einer entsprechenden Anordnung zufolge konnten sechs ausgewählte Berufspiloten der Fliegerstaffeln 1 und 11 im Rahmen ihrer normalen fliegerischen Tätigkeit nun auch den Formationskunstflug trainieren. Die Verantwortung für das Training und das Flugprogramm übertrug man dem Kommando des UeG. Im Jahre 1965 bestritt das Team erstmals eine volle Saison mit vier Vorführungen. In der Folgezeit verfeinerte man das Programm ständig und feilte auch an der exakten Ausführung der einzelnen Flugfiguren. Dank einer optimalen Nutzung der wenigen Trainingsstunden verfügte das Team bald über einen hohen Leistungsstand. Obwohl die Patrouille Suisse nach wie vor und mit großem Erfolg die elegante Hunter F Mk.58 fliegt, versuchte man es 1967 auch mit der Mirage IIIS. Es zeigte sich aber bald, daß dieser Mach 2-Deltaflügler für den engen Verbandsflug wenig geeignet war. Man stieg 1968 wieder auf die wendige Hunter um, mußte allerdings in dieser Saison erstmals einen schweren Rückschlag hinnehmen. Anläßlich eines Fotoflugs im April 1968 für einen Film über die Schweizerische Flugwaffe zerschellte die Maschine von Hauptmann P. Birrer - dem seinerzeitigen Leader - auf dem Gelände des Schießplatzes Axalp oberhalb des Brienzer Sees. Bei diesem Unfall, der den Fortbestand des Teams ernsthaft in Frage stellte, kam auch der bekannte Fotograf Ernst Saxer ums Leben. Doch trotz heftiger Kritik aus der Öffentlichkeit sahen die zuständigen Stellen keinen Grund, ein Team aufzulösen, dessen Wert man zu schätzen gelernt hatte. 1970 erfolgte eine Erweiterung auf fünf Maschinen, so daß man das Programm noch attraktiver gestalten konnte. Von 1971 bis 1976 absolvierte die Patrouille Suisse insgesamt 58 Vorführungen. Angesichts der strikten Neutralität der Schweiz war es ihr jedoch bis 1978 nicht vergönnt, an Flugtagen im Ausland teilzunehmen. 1978 flog das Team erstmals im Ausland Nachdem 1978 eine sechste Maschine bewilligt worden war, ging für die Piloten der Patrouille Suisse ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. In Salon-de-Provence - dem Heimatstützpunkt der Patrouille de France - konnten sie sich mit den Aerobatikstaffeln aus Frankreich, Italien und Belgien im friedlichen Wettstreit messen. Dabei stellte sich heraus, daß ihre Darbietungen absolutes Weltklasseformat aufwiesen und einen Vergleich mit den Thunderbirds oder den Red Arrows der Royal Air Force nicht zu scheuen brauchten. Am 23. Juni 1979 nahmen die sechs schweizerischen Hunter auf Einladung der Royal Air Force am International Air Tattco in Greenham Common, Berkshire, teil. Den über 150000 begeisterten Zuschauern boten sie ein ausgefeiltes Flugprogramm und für die hervorragende Demonstration der einzelnen Figuren wurde ihnen die Shell Trophy verliehen. Ein schöneres Geburtstagsgeschenk hätten sich die Piloten und Mechaniker der Patrouille Suisse nicht wünschen können. Es war der verdiente Lohn für eine lange und harte Arbeit, der umso höher zu bewerten ist, da es sich ja ausschließlich um Fluglehrer handelt, die normalerweise nur einmal in der Woche gemeinsam trainieren. Nach dem erfolgreichen Abschneiden des Teams beim International Air Tattoo 1979 dürfte es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in den nächsten Jahren zu weiteren Einladungen aus dem Ausland kommen. Bleibt nur zu hoffen, daß es ihnen mit der Genehmigung von oben auch Folge leisten kann, denn bessere Botschafter für ein Land und dessen Streitkräfte gibt es wohl kaum. Als Repräsentant der Schweizerischen Flugwaffe hat die Patrouille Suisse die primäre Aufgabe, die Leistungsfähigkeit der Kampfpiloten zu demonstrieren, was ihr bis heute mit großem Erfolg gelungen ist. Hans Redemann
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